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Audienz

Am Samstag war ich bei einem von zwei Konzerten, die Queen & Adam Lambert hier gegeben haben. Was fällt einem als Europäer auf:

*** Das ganze fing schon um 18 Uhr an und war nach 2 1/4 Stunden um 20.15 Uhr vorbei. Das kommt einem komisch vor, hilft aber dem Publikum, die zum Teil erheblichen Heimwege zu humanen Zeiten zu bewältigen. (Am Sonntag fing das Konzert sogar schon um 17 Uhr an.)

*** Merchandising ist hier extrem wichtig. Zu Hunderten stehen sie in gigantischen Schlangen vor den Merchandising-Ständen, um jede Menge Krempel von zweifelhaftem Design und Geschmack davon zu schleppen und schon während des Konzerts zu tragen. Das gilt bei uns ja gemeinhin als uncool. Erst nach vielen Jahren darf das Tour-T-Shirt als Vintage getragen werden. Hier kennt man derlei distinktionsgetriebene Vorbehalte nicht.

*** Sehr beliebt ist verständlicherweise der Song „Teo Torriatte“ von A Day At The Races, den Queen einst extra für ihre (fanatischen) japanischen Fans schrieben. Da gehen die Taschenlampen an und wird jedes Wort, auch im englischen Teil, mitgesungen. Da ist dann auch der europäische Zaungast berührt und verdrückt ein paar Tränchen.

*** Die Fans sind begeistert, fangen zeitig schon vor Ende eines Songs mit ihrem Applaus an, um ihn dann aber zügig nach dem tatsächlichen Ende des Songs absterben zu lassen. Ich hatte mir das ganze, ehrlich gesagt, durchgeknallter vorgestellt. Nun ist auch der japanische durchschnittliche Queen-Fan nicht mehr in seinen Zwanzigern und vielleicht um Herzschrittmacher, künstliches Hüftgelenk oder Blutdruck besorgt.

*** Ich saß auf dem wahrscheinlich schlechtesten Platz in der Arena: Oberster Block ganz an der Seite von der Bühne mit nur eingeschränktem Blick auf die Bühne, dort in der letzten Reihe, der äußerste Platz. Und doch war es — wie schon bei meinem beiden vorherigen Queen-Konzerten in Hamburg — wieder großartig. 

*** Es gibt keinen Alk in der Halle. Arrrrrgh.

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