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High-Tech-Sitzungen

Wisst Ihr, was das ist? Der erfahrene Japanreisende und ja, auch die erfahrene Reisende wissen — und wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, erkennt —, dass es sich nicht um das Bedienpanel eines Springbrunnens handelt, von dem sich Kinder in die Höhe spülen lassen können, sondern um ein handelsübliches Bedienelement einer japanischen Toilette vom hiesigen Nahezu-Monopolisten Toto. So manche Funktion lässt sich recht zügig interpretieren, manches bleibt dem Sprachunkundigen für immer fremd. Wie man letztlich die Grundfunktion einer solchen Einheit auslöst (das Spülen natürlich, Ihr Schmierfinken unter den Lesenden), findet man früher, meist aber später dann doch heraus.

Wenn also schon ein derart elementarer Vorgang eine Herausforderung für den Japanneuling sein kann, könnt Ihr Euch umso besser vorstellen, wie ich gerungen, geschwitzt und geflucht habe, als ich gestern meinen ersten Großeinkauf in einem lokalen Supermarkt gemacht oder vielmehr versucht habe. Eine Tomate oder eine Flasche Wasser vermag ich auch hier recht zielsicher zu identifizieren. Ob die güldene Flasche aber tatsächlich Öl und dann idealerweise nicht solches eines Wals enthält, ob der kleine Alupapierquader Butter umhült und bitteschön nicht gesalzene: Ich konnte es nur hoffen — oder mit einer Übersetzungs-App sicherstellen. Das war mir aber dann doch zu peinlich, so dass ich es drauf ankommen lassen habe. Und was soll ich sagen: Im großen und ganzen hat es geklappt, auch wenn ich nicht weiß, was ich mit all dem Tofu anfangen soll, von dem ich gehofft hatte, er wäre Käse.

Speaking of Übersetzungs-App. Ich habe mir heute einen Fernseher gekauft. Denke ich jedenfalls. Ich habe mich rasch — Lokalpatriot, der ich schon bin — in einen Sony verguckt (Männer können das bei Technik), dann aber den Fehler gemacht, ein flankierendes Beratungsgespräch zu suchen. Der überaus hilfsbereite japanische Fachverkäufer sprach kein Englisch, das immerhin hatte ich mit meinen Japanisch-Grundkenntnissen recht zügig in Erfahrung bringen können. (Deutsch doch wohl auch nicht, oder doch? Das wäre ärgerlich.) Das sollte einem ausgedehnten Fachgespräch aber nicht im Wege stehen. Der junge Mann bediente sich dazu eines kleinen Übersetzungsgeräts in Form eines Tamagochi. Das ganze dauerte entsprechend, bestärkte mich aber in meiner Liebe zum Sony und führte letztlich zum Kauf desselben. Hoffe ich jedenfalls. Denn sonst wird das bereits bezahlte Ding nächsten Dienstag jemand anderem geliefert. Drückt mir die Daumen!

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